Kerzenduftöl vs. Ätherische Öle

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Natürliche Duftkerzen stehen für Gemütlichkeit, Entspannung und bewussten Konsum. Doch beim Kauf oder bei der Herstellung stellt sich oft die Frage:

Sollte man Duftöle oder ätherische Öle verwenden?

Beide Varianten haben Vorteile, aber auch wichtige Unterschiede.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle werden direkt aus Pflanzen (Blüten, Blättern, Schalen, Holz, Harzen, Wurzeln) am häufigsten durch Wasserdampfdestillation (z.B. Lavendel, Pfefferminze, Rosmarin, Eukalyptus), durch Kaltpressung (z.B. Orange, Zitrone, Bergamotte, Grapefruit) oder mit Lösungsmittel-Extraktion (z.B. Jasmin, Tuberose, Mimose) gewonnen. Sie gelten als natürliche, hochkonzentrierte Inhaltsstoffe und werden häufig in der Aromatherapie eingesetzt. “Natürlich“ klingt besonders heutzutage sehr positiv, man geht davon aus, dass was natürlich ist, ist auch gleichzeitig gesund, oder wenigstens harmlos, was tatsächlich nicht der Fall ist. Auch ätherische Öle sind chemisch aktive Substanzen und deren Wirkungen sollten nicht unterschätzt werden. Sie können die Haut reizen, Allergien auslösen, für Haustiere problematisch sein oder bei falscher Anwendung gesundheitlich belasten. Beim Erhitzen (z.B. Duftkerzen) entstehen neue Verbindungen.

Typische Anwendungen: Aromatherapie, Diffuser, Massageöle, Naturkosmetik, Seifen, Raumsprays und evtl. Duftkerzen.

Warum sind wir bei NIJ Candles eher zurückhaltend mit ätherischen Ölen?

Sehr hoher Pflanzenverbrauch – Nachhaltigkeit wird in Frage gestellt

Für viele ätherische Öle werden enorme Mengen Pflanzenmaterial verbraucht. Zum Beispiel benötigt man pro kg Rosenöl mehrere Tonnen (3 bis 5 Tonnen) Blüten, da sie nur einen sehr geringen Anteil an ätherischem Öl enthalten. Bei Lavendelöl braucht man pro kg ca. 100-150kg Blüten. Um Sandelholzöl zu gewinnen, werden jahrzehntealte Bäume (15-30 Jahre alt) verbraucht, denn je älter das Holz ist, desto höher ist der Ölgehalt. Dazu kommt noch, dass die Sandelholzbäume sehr langsam wachsen.

Dadurch entstehen:

  • Hoher Wasserverbrauch,
  • Grosse landwirtschaftliche Flächen,
  • Hoher Energieaufwand bei Destillation,
  • Teilweise Übernutzung natürlicher Ressourcen,
  • Je nach Ölsorte gibt es teilweise lange Transportwege (z.B. Sandelholz, Palo Santo)
  • Je nach Ölsorte Verbrauch von gefährdeten oder unter besonderem Schutz stehenden Pflanzen (z.B. Oud, Rosenholzöl, Guajakholzöl, Sandelholzöl).

Duftkerzen verbrauchen viel Duftstoff

Eine Kerze benötigt deutlich mehr Duftstoff als ein Diffuser, Parfüm oder Naturkosmetika, denn beim Abbrennen geht ein Teil des Duftes verloren. Die Hitze zerstört empfindliche Moleküle, die Duftwirkung muss stärker dosiert werden. Was die Herstellung von Kerzen ausschliesslich mit ätherischen Ölen noch erschwert, ist die Tatsache, dass das Wachs eine maximale Aufnahmekapazität für Duftstoffe hat. Das bedeutet, dass es bei ätherischen Ölen sinnlos ist, mehr als 10% der Wachsmenge an ätherischem Öl der Kerze beizumischen, da der Duft dadurch nicht stärker wird, die Entflammbarkeit der Kerze jedoch zunimmt, was ein erhöhtes Sicherheitsrisiko mit sich bringt. All das macht reine ätherische Öle in Kerzen oft ineffizient.

Teuer

Aus den oben genannten Gründen folgt, dass Kerzen, die tatsächlich ausschliesslich aus ätherischen Ölen hergestellt werden, sehr teuer wären. Eine Kerze im Glas bei NIJ Candles hat 210 Gramm. Das bedeutet, dass sie Minimum12.6 Gramm an Duftöl braucht. Falls man nur mit ätherischen Ölen arbeiten würde, würde diese Menge grob gerechnet (bio, reines ätherisches Öl, mit dem billigsten Öl kalkuliert, etwas Abweichung nach Lieferanten) ca. 15 CHF kosten und das ist nur der Duftstoff.

Primär nicht für Duftkerzen gestattet

Neben den bereits genannten Gründen – fragliche Nachhaltigkeit, hohe Kosten und Empfindlichkeit gegenüber Hitze – können ätherische Öle in Duftkerzen problematisch oder sogar gesundheitlich bedenklich sein. Manche ätherischen Öle verändern sich unter Hitze chemisch und können dabei sekundäre Schadstoffe bilden. Dadurch leidet auch die Duftqualität, obwohl genau sie bei einer Duftkerze im Mittelpunkt steht.

Natürlich ≠ automatisch sicher, synthetisch ≠ automatisch schädlich

Auch meine Reise mit NIJ Candles begann mit bio, rein ätherischen Ölen und fand nach intensiven Experimenten und Weiterbildungen in diesen Bereichen teilweise ihren Abschluss. Dafür gab es in unserem Fall zwei Hauptgründe. Der eine war die gesundheitliche Sicherheit, der andere die Qualitätsgarantie, denn wir können keine teuren Duftkerzen anbieten, die einen kaum wahrnehmbaren oder sogar durch das Erhitzen einen unangenehmen Geruch entwickeln.

Aus den Gründen arbeiten wir bei NIJ Candles primär mit speziell für die Kerzenherstellung entwickelten Kerzenduftölen. Die sind stabiler und sicherer beim Abbrennen, da sie gezielt für hohe Temperaturen gemacht sind und gleichmässiger getestet sind.